Wirkung von Matcha: warum ist er so gesund?

Cremiger Matcha in einer Schale

Das grüne Superfood aus Fernost erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Matcha – auf japanisch soviel wie “gemahlener Tee” – ist einzigartig in der Optik und im Geschmack. Das jadegrüne Pulver ist eine spezielle Grüntee-Sorte und enthält von Natur aus viele gesunde Inhaltsstoffe. Welche Wirkung hat Matcha auf den Körper? Und ist er wirklich so gesund, wie viele behaupten? In unserem Beitrag gehen wir diesen Fragen auf den Grund.

Unsere Key Facts: Wirkung und gesundheitliche Aspekte

🍵 Gesünder als Kaffee (da z. B. antibakterielle Wirkung)
🍵 Sekundäre Pflanzenstoffe sind gut für unseren Körper
🍵 Antioxidantien schützen die Zellen und bekämpfen sog. freie Radikale
🍵 Matcha liefert Energie und macht wach
🍵 Er fördert den Fokus
🍵 Er wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus
🍵 Max. 1-2 Tassen pro Tag trinken

     

    Checkliste: Wie gesund ist Matcha?

    Matcha vs. Kaffee – ein kurzer Vergleich

    Der Matcha Koffeingehalt unterscheidet sich generell nicht großartig von dem im Kaffee. Der durchschnittliche Koffeingehalt einer Tasse Matcha (ca. 1,5 - 2g Pulver) liegt bei ca. 70-85 mg Koffein. Das kann man ungefähr mit einem Tässchen Espresso vergleichen. Die Menge an Koffein im Matcha ist abhängig von der Qualität des Tees und der Zubereitung. Das gilt auch für den Kaffee.

    Zum Vergleich: Matcha enthält ca. 40 mg Koffein pro Gramm, während Kaffee ca. 10 mg Koffein pro Gramm enthält. Die genau Zahl hängt jedoch von der Matcha-Qualität, bzw. der Kaffeebohne ab.

    Im Gegensatz zum Kaffee wird das Koffein im Matcha erst im Darm freigesetzt, da der Grüntee an die Aminosäure L-Theanin gebunden ist. Das führt dazu, dass die Wirkung zwar nicht sofort eintritt, dafür aber langanhaltender ist.

    Kaffee dagegen reagiert mit der Magensäure im Körper und kann daher Sodbrennen hervorrufen. Der Grund ist die Verbindung mit einem Chlorogensäure-Kalium-Komplex. Das Koffein wird hierbei sofort freigesetzt und die Wirkung von Kaffee kommt relativ schnell.

    Matcha enthält keine Säure und besitzt eine antibakterielle Wirkung, weshalb Matcha prinzipiell auch besser verträglich ist als Kaffee.

     

    Matcha vs. Kaffee – der Vergleich

    Die gesundheitlichen Aspekte von Matcha-Tee

    Matcha ist zurzeit DAS Trendgetränk schlechthin in der Food-Szene. Er wird getrunken, gegessen und dient als Lifestyle-Accessoire für Social Media. Doch was begeistert immer mehr Menschen an dem Grüntee-Pulver? Zuerst einmal ganz kurz zum Getränk. Matcha ist ein Jahrtausende alter Tee aus China, der seinen Weg nach Japan gefunden hat und dort seit vielen Jahrhunderten angebaut wird. Auf japanisch bedeutet "Matcha" soviel wie "gemahlener Tee".

    Zubereitet wird der Matcha entweder mit traditionellem Zubehör, wie z.B. mit Bambusbesen und Schale oder auch im Mixer. Er wird sowohl als klassischer (warmer) Tee getrunken oder für die eiskalte Erfrischung als Iced Matcha Latte.

    Sekundäre Pflanzenstoffe als wichtigster Bestandteil von Matcha-Tee

    Guter Matcha ist leuchtend grün, riecht angenehm nussig und auch ein wenig "erdig". Doch wir trinken unseren Matcha nicht hauptsächlich wegen der Farbe, sondern eher wegen dem Geschmack und vor allem wegen den gesunden Inhaltsstoffen. Und davon hat das Matcha-Pulver eine Menge. Verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole), bzw. Catechine, wie die sogenannten "Epigallocatechingallate" (kurz EGCG) zeichnen Matcha-Tee aus.

    In Grüntee-Sorten finden sich hohe Anteile der sekundären Pflanzenstoffe, vor allem der EGCGs wieder.(1) Die EGCGs gehören zur Gruppe der (Tee) Catechine, die wiederum den sekundären Pflanzenstoffen zugeordnet werden. Grüntees enthalten verschiedene Catechine, wie z.B. das Catechin (C), das Epicatechin (EC), das Epigallocatechin (EGC), das Epicatechingallat (ECG) und vor allem das Epigallocatechingallat (EGCG). Dabei machen die sekundären Pflanzenstoffe zwischen 20-30% der Trockenmasse des Tees aus. Dieser Anteil ist unter anderem auch von der Qualität des Tees abhängig.(2) Je sorgfältiger der Anbau und die Produktion erfolgt, desto höher ist auch der Anteil der Polyphenole im Tee.

    Sekundäre Pflanzenstoffe wirken sich äußerst positiv auf den Körper aus. So können die im Grüntee enthaltenen Pflanzenstoffe dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch bestimmten Krebserkrankungen zu verringern.(3)

    Matcha enthält sehr viele Antioxidantien

    Die sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole) im Matcha gehören zu den sog. Antioxidantien. Es handelt sich hierbei um eine Gruppe chemischer Verbindungen, die in vielen Lebensmitteln wie Gemüse und Obst vorkommen. Sie wirken als eine Art "Fänger" von freien Radikalen, die unsere Zellen angreifen und über die Jahre hinweg zerstören. Man spricht hierbei auch von oxidativem Stress.(4) 

    Antioxidantien mindern diesen oxidativen Stress in unseren Zellen und können daher einigen altersbedingten Krankheiten vorbeugen. Wir halten fest: Antioxidantien schützen unsere Zellen vor oxidativem Stress und können altersbedingten Krankheiten vorbeugen, indem sie freie Radikale bekämpfen.

    Matcha entspannt und gibt dir Energie zugleich

    Schon die Zen-Mönche im alten Japan zelebrierten ihren Matcha mit einer meditativen Tee-Zeremonie. Entspannung pur. Das kannst du den Mönchen nachmachen. Nutze die Auszeit für dich und tanke Kraft vom stressigen Alltag.

    Koffein gibt es sowohl im Kaffee als auch im Matcha-Tee. Doch im Gegensatz zum Kaffee ist das Koffein im Matcha mit den Polyphenolen und speziell der Aminosäure L-Theanin verbunden. Das Koffein beim Matcha wird erst im Darm freigesetzt. Dies bewirkt, dass die Wirkung später eintritt, dafür aber lang anhaltender wirkt. Die berühmte "Down-Phase" wie beim Kaffee musst du dank dem L-Theanin zum Glück nicht erwarten. Mit Matcha fühlst du dich fokussierter und ruhiger zugleich (du bekommst keinen "Koffein-Kick", fühlst dich aber wacher).

    Die Aminosäure L-Theanin besitzt eine beruhigende Wirkung, da es die Alpha-Wellen-Aktivität im Gehirn unterstützt. Dies führt dazu, dass du dich wacher und fokussierter fühlst.(5) Du siehst also: Matcha macht dich wach, fokussiert und entspannt dich zugleich.

    Hilft Matcha auch beim Abnehmen?

    Laut einer Studie von 2009, helfen die Catechine im Grüntee bei der Gewichtsreduktion. Durch die Bestandteile im Grüntee soll der Stoffwechsel angekurbelt werden. Dies resultiert in einer höheren Fettverbrennung.(6) Somit kann Matcha dazu beitragen, schneller und effektiver abzunehmen. Wir möchten uns aber explizit neutral verhalten und daher auch eine Studie nennen, die zu gegenteiligen Erkenntnissen gelangt ist.

    In einer anderen Studie von 2012 konnte gezeigt werden, dass der Effekt von Grüntee auf die Abnahme ziemlich gering ist. Es wurde nachgewiesen, dass die Wirkung auf den Körper zwar da, aber statistisch gesehen nicht signifikant ist.(7) Heißt, wir sollten uns beim Abnehmen nicht nur auf Matcha verlassen. Wir können jedoch davon ausgehen, dass er unserem Körper beim Abnehmen unterstützt. Jeder weiß, dass zum "gesunden" Abnehmen eine gute, ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Sport dazugehört.

    Matcha kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken

    Diesen "Credit" wollen wir nicht nur alleine dem Matcha zuschreiben. Denn auch andere Grüntee-Sorten haben diese Eigenschaft inne. Eine Metaanalyse(8) kam zum Schluss, dass viele Studien einen positiven Effekt von grünem und schwarzem Tee auf Herzerkrankungen nachweisen konnten. Die Ergebnisse zeigten, dass das Herzinfarkt-Risiko durch den täglichen Tee-Konsum um satte 21% niedriger war.

    Nebenwirkungen des Matcha

    Ein zu hoher Matcha-Konsum führt – wie bei vielen anderen Lebensmitteln – unter Umständen zu unerwünschten Nebeneffekten. Zu viel Matcha kann zu Übelkeit führen und Magenbeschwerden hervorrufen.(9) Daher solltest du darauf achten, pro Tag nicht mehr als 2 Tassen Matcha zu trinken (pro Portion ca. 1-1,5 g Pulver). Da beim konventionellen Anbau Pestizide zum Einsatz kommen können, sollte beim Kauf auf das Bio-Siegel geachtet werden. Nur biologisch angebauter Tee ist i.d.R. frei von Pestiziden.

    Warum ist das beim Matcha so wichtig? Das Pulver landet direkt im Getränk und wird zusammen mit der Flüssigkeit aufgenommen – anders als bei herkömmlichen Tee. Daher ist es wichtig, möglichst reines Pulver zu konsumieren. So tust du dir und deinem Körper etwas Gutes.

    Je nachdem, wie die Bodenbeschaffenheit auf der Plantage ist, kann auch Bio-Matcha winzigste Rückstände aufweisen. Du gehst aber in jedem Fall auf Nummer sicher, wenn du Bio-Matcha kaufst. Spare nicht am falschen Ende, dein Körper wird es dir danken.

    Fazit

    Matcha ist wahnsinnig lecker und sehr gesund. Sekundäre Pflanzenstoffe haben ohne Zweifel positive Effekte auf unseren Körper. Sie wirken sich positiv auf unsere Verdauung aus, können beim Abnehmen unterstützen oder bei der Bekämpfung von freien Radikalen helfen. Außerdem stärken sie unser Immunsystem. Viele der angesprochenen Wirkungen konnten in klinischen Studien festgestellt werden. Es gibt aber auch Studien, die bestimmte Effekte zum Teil entkräften – vor allem in Bezug auf Krebserkrankungen.

    Du solltest zudem darauf achten, nicht mehr als 2-3 Tassen am Tag zu trinken, um Übelkeit oder gar Magenbeschwerden zu vermeiden. Nichtsdestotrotz bleibt am Ende nur zu sagen: genieße deinen Matcha und lass dir den Alltag von ihm ein wenig versüßen.

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    Einzelnachweise

    1. Yuegang Zuo, Hao Chen und Yiwei Deng (2002), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18968631/
    2. Hilal, Yumen; Untersuchungen über Polyphenole in weißen und grünen Tees; Cuvillier-Verlag, 2010. S. 34ff.
    3. Watzl B: Einfluss sekundärer Pflanzenstoffe auf die Gesundheit. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): 12. Ernährungsbericht 2012. Bonn (2012) 355-374
    4. Lien Ai Pham-Huy, Hua He und Chuong Pham-Huy (2008), ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3614697/
    5. Nobre, Rao und Owen (2008),
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18296328/
    6. Hursel, Viechtbauer und Westerterp-Plantenga (2009), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19597519/
    7. Jurgens, Whelan, Killian, Doucette und Foy (2012), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23235664/
    8. Arab, Liu und Elashoff (2009),
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19228856/
    9. Manteiga, Park, Ali (1997),
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8978213/

    Bildernachweis:

    Beitragsbild von Pexels © NipananLifestyle


    1 Kommentar


    • Schubert-Wank

      Hallo,
      Ganz toller Artikel ! Sehr informativ , gut geschrieben und leicht zu lesen bzw. zu verstehen . Besonders hat mir gefallen , daß Quellenangaben gemacht wurden . Toll war auch die kritische Sich auf die ganzen „Mythen“ über die „Heilwirkung“ des Matchas . Trotzdem ist auch die gute Wirkung des Tees auf unsere Gesundheit aufgezeigt . Das gefällt mir richtig gut !
      Euer Matcha schmeckt klasse , nicht so bitter wie manch Anderer .
      Guter Shop , guter Matcha und Leute die Ahnung haben ! Daumen hoch und weiter so !!
      Liebe Grüße Gabriele


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